Von Vorsätzen & Willensstärke

Zuerst mal ein „GUTES NEUES“ liebe Leute. Ich hoffe ihr seid gut gerutscht.

Weil gerade der Start ins neue Jahr ansteht und mich Klaus Eidenschink getriggert hat mit seinem Post, wollen auch meine Gedanken raus zu dem Thema Vorsätze (Der „Schlaufux“ will was sagen… mehr dazu weiter unten).

  • Mehr Sport, Quality Time, mehr Achtsamkeit… Weniger Überstunden, Alkohol, weniger Online… wer kennt das nicht?

Und dann machen wir uns oft Vorsätze… außer diejenigen, die schon oft gescheitert sind und / oder Angst vorm Schmerz des zukünftigen Scheiterns haben, die sagen: sowas brauch ich nicht, hehe…

Ich beginne damit, wieviel unsere Wörter eigentlich schon über unseren inneren Zustand verraten… und wie sehr wir es nicht „checken“.


Nur Wörter?!


Stell dir das bitte einfach mal BILDLICH vor!

Und dann stell dir folgende Frage

    • Wen oder was musst du denn überwinden? Das kann ja nur ein Teil in dir sein, oder? Man muss sich selbst überwinden, echt jetzt?

    • Wen musst du überpowern, damit du vorwärts kommst? Du musst stärker sein als der Teil IN DIR der dich zurückhält?

Das gefällt dir sicher 🫵Werner A. Leeb oder? 😘


Flashig oder?

Spätestens hier könntest du realisieren, dass es unterschiedliche Teile in dir gibt. (Nein, du bist deshalb nicht schizophren…. wahrscheinlich 👹)

Es wäre auch in deinem Sinne, wenn wir hier grundsätzlich mit der positiven Unterstellung reingehen könnten, dass es diese Teile aus ihrer Perspektive gut für dich meinen.

Bevor ich Alternativen aufzeige, mag ich folgenden Perspektivwechsel anbieten.

Du willst jemanden vor etwas bewahren. Du zeigst auf, aber keiner nimmt dich wahr.

    • Wie geht es dir, wenn du nicht einmal dann wahrgenommen wirst, wenn du dich querstellst, um dann überwunden zu werden?

    • Wie geht es dir, wenn du nicht einmal dann wahrgenommen wirst, wenn du den anderen zurückhältst… und dann auch noch „aggressiv“ beiseite geschoben wirst?

Also mir würd es nicht gutgehen.


Aber wenn es alternativlos zu meiner Denkweise ist, dann stell ich mich noch stärker QUER, ich halte dich noch STÄRKER zurück, weil „Hey, ich will dir was sagen, du … !!!“


Stress

Dann stell dir einfach mal eine lustige Autofahr vor. Es gibt nur 1 Lenkrad aber viele die gern wohinfahren wollen.

Family, Sport, Freizeit, Netflix, Freunde, Erfolg im Job, … ja, da gehts richtig ab im Kampf um das Lenkrad.

    • Einer gibt Gas, der andere bremst. Da geht richtig viel Sprit / Energie rein.

    • Das Auto vibriert, es heult auf, es qualmt… alles steht unter Spannung (=Stress).

    • Am Ende des Tages ist der Akku leer, aber gefahren ist das Auto nur ein paar Meter. Noch dazu sind die Fahrer alle „Sauer“ weil nichts weitergegangen ist. Und dann sind da auch noch viele Teile verschlissen. Die Reifen müssen wir wechseln, die Kupplung scheppert,… Ich glaub, wir brauchen einen stärkeren Motor, bessere Reifen und einen größeren Tank.

Was sagst du der Truppe als Fahrlehrer? Blöd ist nur, wenn kein Fahrlehrer da ist, häufig ist dann die Lösung… na klar, die dominanten Teile steigen noch mehr ins Gas.

Also, was stresst dich? Was kostet dir Kraft?

Und natürlich hat diese Autofahrt nichts mit deinem Leben zu tun… hehe…


Willensstärke, Disziplin und Mut sind hier die gefeierten Eigenschaften.

Aber auch hier biete ich spannende Gedanken an.

    • Wenn es keine Willensstärke, Disziplin und keinen Mut braucht um dasselbe zu erreichen, wäre das nicht eine feine Sache?

Autofahren ohne dass jemand auf der Vollbremse steht?

Wow… dann würde man die vorhandenen PS (=Lebensenergie) sinnvoller auf die Strasse bringen.

Jetzt fragst du dich… Super du Gscheitwaschl, aber wie soll den das gehen?


Die Alternative

Und obwohl die Alternative auf der Hand liegt, sehen wir sie nicht. Das hat damit zu tun, dass sich unser Selbstbild darauf baut, dass wir EINE Person sind. Das kann man ja auch so stehenlassen, aber wir sind eine Person mit vielen Anteilen in sich.

Beispiel: Wenn dir ein Termin ausfällt, was willst du dann machen?

Wir alle kennen diese inneren Konflikte!

    • Wenn du dich nicht entscheiden kannst oder es sehr anstrengend is,t bis du – ups sorry- deine Anteile zu einem Entschluss kommen, dann sind die Teile gleichstark, zanken sich und verballeren „eure“ Lebensenergie.

    • Wenn deine Entscheidung schnell fällt, dann hast du einen dominierenden Anteil. Wie es den „überstimmten“ Anteilen geht, weißt du ja jetzt.


Was tun?

Wenn es verschiedene Interessen gibt, dann kann es schonmal ganz gut sein, einen Dialog, ein Gespräch zu starten.

Und wenn Albert Camus sagt: „Das Gespräch ist die einzige Brücke zwischen den Menschen.“, dann sag ich hier:

„Das innere Gespräch ist die einzige Brücke zwischen deinen inneren Anteilen.“

Frag deinen Anteil:

    • Du hältst uns zurück, warum machst du das? Was ist deine Sorge, was willst du uns sagen?

Damit es besser rausflutscht, können hier gewissen Formulierungen helfen.

    • Wenn wir xyz machen, dann ist das schlecht weil…

    • Deine Sorge ist, dass…

Und wenn du hier die Antwort hörst, dann bist du schlauer und dein Anteil ist erleichtert. Endlich hast du ihm mal zugehört. Und jetzt?

Jetzt könntest du die Situation ganzheitlich abwägen. Und selbst wenn du zu dem Entschluss kommst, was auch immer trotzdem zu machen, gibt es eine Zauberfrage, die wie folgt lautet:

    • Was brauchst du (lieber Anteil der eine andere Meinung hat), damit du besser mitgehen kannst mit dieser Entscheidung?

    • Es würde mir helfen, wenn…

Und wenn du es schaffst ein Szenario zu entwickeln, dass der abwehrende Anteil mitträgt, hey dann brauchst du weniger ins Gas steigen, weil ja auf der anderen Seite keiner mehr auf der Bremse steht.

D.h. auch, dass das Auto weniger unter Spannung (STRESS) steht. Weniger Sprit, weniger Verschleiß, mehr gefahrende Kilometer, bessere Rundenzeiten.

Noch mehr Details dazu gibts in einem zukünftigen Newsletter.


Also immer Dialog?

Versteht mich nicht falsch, ich will hier nicht in Gut ODER Schlecht werten. Beides hat hilfreiche wie nicht hilfreiche Aspekte. Die Frage ist eher, in welchem Kontext ist was eher hilfreich?

    • Du darfst dich ruhig weiter überwinden, wenn dich ein innerer Anteil zurückhält.

    • Auch die daraus entstehenden Eigenschaften wie Willensstärke, Disziplin und Mut können sehr hilfreich sein.

    • Aber du darfst wissen, jedesmal wenn du Willensstärke brauchst, dann überwindest du einen Anteil von dir. Und ob das auf Dauer gut ist, musst du selbst entscheiden.


Und es ist auch nicht zu erwarten, das „der innere Schweine-Hund“ in dir, sich gern auspowert, wenn ein anderer Anteil einen 2h Lauf hinlegen will. Aber der faule Anteil darf gern wissen, dass du danach gern ein wenig „faul“ bist um den Akku wieder aufzuladen.

Das funktioniert auf Dauer aber nur, wenn du das dann auch tatsächlich machst.

Soviel sei dir hier schon gesagt, … du kannst keinen inneren Anteil von dir „loswerden“. Und glaub mir, da sind in den meisten von uns sehr dunkle Gestalten unterwegs.

    • Ich hab den Gscheitwaschl in mir, den Provozierer, den Jähzornigen, den Dickschädl, den „Hosenscheisser“… usw…

Diese Saboteure sind aber vielleicht nur deswegen solche „Ungustln“, weil wir sie dazu gemacht haben.

Und vielleicht trägst du auch diese These mit. Wenn all deine Anteile gehört und in der Truppe respektiert werden, dann werden sie milder, dann ensteht ein miteinander. Aus dem „Gscheidwaschl“ wird ein „Schlaufux, der sein Wissen gern weitergibt an Menschen, die das gern hören wollen“… Gleiches gilt auch für die anderen Hardliner & Saboteur-Anteile in dir.

Wenn das nicht eintritt, dann ist es sicher hilfreich, jemanden der sich noch besser damit auskennt, aufzusuchen.

Aber es sagt auch eine Menge über dich selbst aus, wenn du deine eigenen Anteile unterdrückst, „ghostest“ oder nicht einmal wahrnimmst. (Richtig, das war jetzt der Provozierer, den ich „bewusst“ rausgelassen habe.)


Was machst du jetzt mit dem Wissen?

Naja, dass ist wiederrum deine Entscheidung.

Aber was ich dir wünschen würde, ist folgendes: Du könntest in dich reinhören, wenn Dinge Kraft kosten und nichts weitergeht!

Du musst aber nicht… Am Ende ist es deine Lebensenergie!

Ich wünsch dir ein wunderbares 2024 mit ganz viel innerem Dialog!


p.s. Du willst dich ein wenig aufschlauen in diese Richtung?

Dann helfen dir diese Gurus weiter.

    • Schulz von Thun mit dem inneren Team

    • Richard Schwartz mit der inneren Familie

    • John und Helen Watkins mit der Ego State Therapie

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